AutoTURN im grosseinsatz bei sanierung der zeche niederber

12-09-2014

Die “Erschließung Niederberg” ist eines der ambitioniertesten Bauprojekte, das Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren gesehen hat. Die ehemalige Zeche für den Steinkohleabbau nahe Neukirchen-Vluyn, die 2001 nach 90-jährigem Betrieb still gelegt wurde, erstreckt sich über ein Areal von mehr als 85 Hektar. Wie bei so vielen anderen Zechen stellte sich, nachdem die letzte Fuhre eingeholt war, die Frage, was Sinnvolles mit dem riesigen Grundstück geschehen kann.

Die Immobiliensparte des Betreibers RAG Montan machte sich gleich nach Schließung daran, das Gelände zusammen mit der Stadt Neukirchen-Vluyn für den Wohnungsbau zu erschließen. Im Jahr 2004 kam eine zweijährige Planungsphase zum Abschluss, im Sommer 2011 ging der Bau in die erste Phase.

“Attraktives Wohnen in individuellen Bauformen” lautete das Ziel der Sanierung. Die Wohnbebauung sollte letztlich unter dem Namen “1|2|5 Niederberg” zahlreichen Westfalen angenehmes und gut angebundenes Wohnen ermöglichen sollte. Düsseldorf ist nur 25 Kilometer entfernt, ist der Standort auch in unmittelbarer Reichweite von Duisburg, Essen und Oberhausen.

 

Herausforderung Straßenplanung

Insgesamt entstehen vier Wohnquartiere auf dem Areal der alten Zeche, die durch Landschaftsbänder voneinander getrennt sind, was viele Spiel- und Erhohlungsflächen ermöglicht. Die alten Wegeverbindungen, die für die Funktionalität der Zeche bestens geeignet waren, reichten für die Bedürfnisse eines Wohngebietes nicht – es entstand ein Bedarf an einer sehr hohen Anzahl an Straßen.

Transoft-Kunde Konstaplan war bei dem Mega-Projekt unter anderem für die gesamte Straßen- und Entwässerungsplanung zuständig. Angesichts der Dimensionen des Projekts war das durchaus eine Herausforderung für die Planungskapazitäten, die durch die Hilfe der passenden Spezialsoftware gestemmt werden musste. Auch fürAutoTURN, das von Konstaplan genutzte Programm zur Schleppkurvenbestimmung, bedeutete das einen echten Großeinsatz.

Der Straßenplan wurde auf der Basis des Verkehrskonzepts Niederberg entworfen. Unter Berücksichtigung der vorhandenen Daten zum gegenwärtigen Verkehr und geschätzten Verkehrszahlen der zukünftigen Benutzung präsentierte Konstaplan insgesamt vier Varianten für die Straßenplanung.

 

Weitläufige Änderungen an bestehenden Straßen

Zu den wichtigsten Verkehrsadern innerhalb des Niederbergs zählt die Nord-Süd-Verbindung inklusive eines großen Kreisverkehrs sowie die Niederrheinallee L140, die das Gelände von Westen nach Osten durchschneidet. Um den Vorgaben\ zu genügen, mussten eine Vielzahl von Modifikationen an der zweistreifigen Verkehrsader durchgeführt werden.

Zunächst wurde ein Umbau zu einer Stadtstraße mit Parkstreifen sowie Rad- und Gehwegen fällig. Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit wurde von 100 km/h auf 50 km/h gesenkt und zwei höhengleiche Kreuzungen wurden kreiert, die auch einen Bahnübergang beinhalten. Dazu wurde gemäß den Vorstellungen der Stadt eine beidseitige Baumreihe angelegt.

Zuletzt galt es, an den kreuzenden Wegverbindungen Überquerungshilfen einzubauen sowie die zwei Meter breiten Gehwege und 2,5 Meter breiten Radwege zu platzieren. Hinzu kam ein 2,5 Meter breiter Parkstreifen

Damit für die Eröffnung der Niederrheinallee im August 2012 alles bereit stand, mussten die Schleppkurven verlässlich geplant werden. Konstaplan verwendete AutoTURN für die Berechnung aller Kurven, um sicherzustellen, dass alle Änderungen ohne Gefahr für die Integrität der Strecke passen. Vor allem bei der Neukonstruktion des Kreisverkehrs war die Simulation am Computer unerlässlich. Dank seiner 3D-Kapazität konnten auch die Baumbestände und andere vertikale Objekte mit einbezogen werden.

 

Zecher Niederberg voller Erfolg

Das Areal ist nun, nicht einmal vier Jahre nach Baubeginn, schon ein großer Erfolg. Die Häuser der Wohnquartiere I und II sind schon seit geraumer Zeit mit Leben gefüllt, 170 Familien leben inzwischen hier. Momentan geht bereits das dritte Wohnquartier mit 55 Einzelgrundstücken von 450 bis 550 Quadratmetern in die Vermarktung. Ralf Hüttemann, Projektleiter der RAG, schätzt, dass bis heute 60 Millionen Euro an privaten Investitionen getätigt wurden. Wann das letzte Wohnquartier angegangen wird, steht noch offen.