Diskussion um gigaliner geht in die nächste phase

25-11-2014

Die Befürworter der Einführung der heiß umkämpften “Gigaliner” in Deutschland bekommen durch eine kürzlich veröffentlichte Studie Wasser auf ihre Mühlen.

Die bis zu 25,25 Meter langen und 60 Tonnen schweren Laster, die in Schweden, Dänemark und den Niederlanden bereits im Einsatz sind, seien laut eines Berichts der “Initiative innovative Nutzfahrzeuge” “sicher, unfallfrei und vollkommen unauffällig im Straßenverkehr unterwegs”.

Eigentlich war die Zulassung der XXL-Laster auf Deutschlands Straßen schon 2007 von der Verkehrsministerkonferenz der Länder verworfen worden. Nach dem Regierungswechsel 2009 aber wurden deutschlandweite Tests zur Nutzung der Mega-Fahrzeuge, die 6,5 Meter länger und 20 Tonnen schwerer als die derzeit zulässigen Lkw sind, den Ländern wieder freigestellt. Sieben Bundesländer haben hiervon seither Gebrauch gemacht.

Die Studie scheint die meisten Argumente der Gigaliner-Befürworter zu belegen. “Speditionen berichten von Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch von bis zu 30 Prozent. Somit konnten schon jetzt die CO2-Emissionen um mehrere Hundert Tonnen reduziert werden”, heißt es in dem Bericht. Die Positionierung der Gigaliner als “Öko-Laster” bekommt damit Rückenwind.

Zudem habe laut Studie die höhere Ladekapazität der Laster die positive Folge, dass insgesamt weniger Lastwagen auf Deutschlands Straßen unterwegs seien. “Eine Verringerung des Fahrzeugaufkommens um acht Prozent ist möglich”, schlussfolgert der Report.

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Kritiker der Gigaliner weisen dagegen darauf hin, dass eine Zulassung der “Monster-Trucks” eine Umschichtung des Warenverkehrs zu Ungunsten der umweltfreundlicheren Bahn zur Folge hätte. “Gigaliner schonen die Natur nicht, sie schaden ihr. Denn sie führen zu einer Verlagerung des Gütertransports von der Schiene und den Wasserwegen auf die Straße”, erklärt Greenpeace-Verkehrsexperte Daniel Moser.

Die Studienergebnisse der “Initiative innovative Nutzfahrzeuge”, so die Gigaliner-Gegner, seien außerdem nicht als objektiv einzuschätzen, da sie von Verbänden und Einzelunternehmen der deutschen Transportwirtschaft finanziert wurde, die von der Einführung der Gigaliner klar profitieren würden.

Wie auch immer der Streit ausgeht, für Verkehrsplaner wäre die Einführung der Mega-Fahrzeuge sicher eine Herausforderung. Ohne präventive Eingriffe an der bestehenden Infrastruktur müssten laut Bundesverkehrsministerium mit Schäden an Brücken und Straßen gerechnet werden. Für viele deutsche Straßen, Kreisel und Kreuzungen aber auch für diverse Zulieferwege zu Märkten, werden Schleppkurven-Überprüfungen notwendig sein.