EU-Parlament verbietet gigalinern Europaweite durchfahrt

30-07-2015

Das Europaparlament hat den Plänen von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas, Gigalinern EU-weit freie Fahrt zu gewähren, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mitte März stimmten die Europa-Abgeordeneten in Straßburg mehrheitlich gegen die Einführung einer Druchfahrtserlaubnis über die Grenzen der 28 EU-Mitgliedsstaaten. Wie bisher darf also jeder Staat für sich entscheiden, ob die extra langen LKW auf dem nationalen Straßennetz erlaubt sind.

Damit ändert sich auch die Situation in Deutschland erst einmal nicht. Weiterhin können die Riesentrucks in der Bundesrepublik nur in bestimmten Bundesländern ohne Beschränkung fahren. Derzeit läuft eine nun noch dreijährige Probephase, während der die Leistungsfähigkeit der bis zu 25,25 Meter lagen Lastkraftwagen auf deutschen Straßen getestet werden soll.

eu-gegen-gigaliner

Die Gegner der Gigaliner unter den EU-Parlamentariern waren dementsprechend zufrieden. Die Grünen-Abgeordneten Eva Lichtenberger und Michael Cramer begrüßten das Veto als “Vollbremsung der Monstertrucks” und sagten, es verhindere “eine Kollision mit dem Umweltschutz, der Verkehrssicherheit und den Interessen der Steuerzahler”. Auch Martin Roggermann, Koordinator des “No Mega Trucks”-Bündnis für die Allianz pro Schiene, war zufrieden.

“Das EU-Parlament hat für eine nachhaltige Mobilität gestimmt und ist nicht auf umweltschädliche Scheinlösungen hereingefallen”, sagte er. Befürworter der Gigaliner, erhoffen sich von den bis zu 60 Tonnen schweren Lastwagen sowohl okönomische als auch okölogische Vorteile. Gigaliner könnten die Kosten im Warenverkehr um bis zu 30 Prozent senken, weil sie bei der gleichen Anzahl an Touren sehr viel mehr transportieren können. Weil damit auch insgesamt weniger LKW-Fahrten nötig werden, so die Fürsprecher, könnte man mit einer Einsparung an Co2-Ausstoß rechnen.

Als einzige Neuerung in Sachen LKW, beschloss das EU-Parlament ein neues, abgerundeteres Design der Fahrerkabinen zu erlauben, das windschnittiger ist und dabei helfen soll, Fußgänger und Fahrradfahrer für LKW-Fahrer besser sichtbar zu machen.