Wie funktionieren turbokreisverkehre?

25-09-2015

Die Idee, den Verkehr auf stark befahrenen Kreuzungen nicht durch eine lineare, sondern eine kreiselförmige Straßenführung zu regeln, ist mittlerweile schon mehr als 100 Jahre alt. Bereits im Jahr 1904 fuhr man am New Yorker Columbus Circle im Kreis, um an die richtige Ausfahrt zu gelangen.

Seither hat der Kreisverkehr in den Straßenordnungen der Welt eine steile Karriere hingelegt. In Frankreich zum Beispiel, finden sich derzeit nicht weniger als 20.000 “rond-points” – das sind mehr als die Hälfte aller Kreisverkehre der Welt. Auch auf deutschen Straßen ist die Kreiselfahrt an der Kreuzung seit längerer Zeit ein gewohnter Anblick.

Doch so sehr sich die Gegebenheiten in der hundertjährigen Geschichte des Kreisverkehrs auch geändert haben mögen, die erste echte Innovation hinsichtlich des Designs der runden Knotenpunkte fand erst vor wenigen Jahren mit der Entwicklung des sogenannten Turbokreisverkehrs statt. Der Turbokreisverkehr soll hohe Verkehrsaufkommen effizienter und sicherer regeln. Erdacht wurde er in den späten 90er Jahren vom niederländischen Professor L.G.H. Fortuijn. Der erste tatsächliche Turbokreisverkehr wurde im Jahr 2000 freigegeben.
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HÖHERE LEISTUNGSFÄHIGKEIT UND SICHERHEIT

Was ist das besondere an einem Turbokreisvekehr? Im Gegensatz zu traditionellen Kreisverkehren, müssen sich Autofahrer an einem Turbokreisverkehr schon vor der Einfahrt dafür entscheiden, welche Ausfahrt sie nehmen wollen und sich dementsprechend einordnen. Ein Fahrzeug, das

hohere-leistungsfahigkeit-kreisverkehr sich in einem zweispurigen Turbo-Kreisel auf der rechten Spur einordnet, nimmt automatisch eine bestimmte Ausfahrt. Ein Fahrzeug, das auf der linken Spur einfährt, nimmt eine spätere Ausfahrt. Der äußere und der innere Fahrstreifen können baulich oder mittels Markierung voneinander getrennt sein (je nach Richtlinie), sodass es keinen Spurenwechsel

innerhalb des Turbokreisverkehrs gibt. Wer sich einmal in eine Fahrbahn eingeordnet hat, kann also (ohne auf den Parallelverkehr achten zu müssen) seiner Spur einfach folgen. Die so erreichte höhere Übersichtlichkeit ermöglicht einen steten Verkehrsfluss, ohne dass auf die Mehrspurigkeit verzichtet werden müsste. Neben der höheren Leistungsfähigkeit hat dies außerdem den großen Vorteil, dass es weniger potenzielle Konfliktpunkte innerhalb des Kreisverkehrs gibt, womit das Risiko für Unfälle deutlich sinkt. Andererseits erfordert das neue Design vom Fahrer eine erhöhte Aufmerksamkeit beim frühzeitigen Einordnen in die richtige Einfahrtsspur.

In Deutschland sind Turbo-Kreisel zwar noch die Seltenheit, sie breiten sich aber Jahr für Jahr mehr aus. In Baden-Baden, in Königsstein und in Rheinfelden gibt es schon jetzt erste Turbo-Kreisel, die sich bewährt haben. Die Nachbarn aus den Niederlanden bleiben für den Moment der Vorreiter, hier findet man 260 der weltweit existierenden 333 Turbo-Kreisverkehre.

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DESIGN-HERAUSFORDERUNGEN

Für Straßenplaner hält das Design von Turbo-Kreiseln einige Besonderheiten bereit. Die Fahrzeuge in einem Turbokreisverkehr müssen sich von einem engeren zu einem immer weiter werdenden Kreisradius bewegen. Das hat Auswirkungen auf die Schleppkurve. In der Praxis heißt das, dass die Breite der Fahrspur nicht einheitlich, sondern variabel geplant werden muss.

Außerdem sollten Turbo-Kreisel einen Mindestdurchmesser haben, um einfahrenden Fahrzeugen ausreichend große Sichtfelder zu bieten. Eine weitere Herausforderung für international agierende Ingenieure ist zudem die Tatsache, dass es noch keine allgemeingültigen Definitionen für einen Turbo-Kreisverkehr gibt. Die Bestimmungen und Richtlinien, nach denen man sich bei der Planung zu richten hat, sind alles andere als einheitlich.

Transoft Solutions bietet mit TORUS Roundabout 5.0 als erster Anbieter eine Design-Software speziell für die Erstellung von Turbo-Kreisverkehren an. Die Erfahrungen Transofts in Sachen Schleppkurven, die sowohl durch die jahrelangen Erfahrungswerte mit Transofts Flaggschiff-Software AutoTURN, als auch durch das ständige Feedback eines großen Kundenstammes gesammelt worden sind, fließen bei TORUS nahtlos mit ein und machen es zu der optimalen Lösung für Ingenieure und Straßenplaner, die sich der neuen Design-Herausforderung zu stellen haben. Die Schleppkurven von AutoTURN werden direkt bei der Planung der Kreisverkehre mit Torus berücksichtigt, welches enorme Sicherheit – gerade in Ländern wo noch keine Richtlinien vorhanden ist – mit sich bringt.